Enyy's Rassebeschreibung

Der Australian Kelpie

Grazil sind seine Bewegungen, flink und wendig ist er in jeder Hundesportart zuhause. Dieser enthusiastische und unermüdliche Arbeitshund ist ein Begleiter für aktive und bewegungsfreudige Hundefreunde.

 

 

Steckbrief des Australian Kelpie:

 

Ursprungsland

Australien 

FCI-Gruppe            

1, Treib- und Hütehunde

Größe - Rüden

46 - 51 cm

Größe - Hündin

43 - 48 cm

Gewicht

14 - 22 kg

Farben

schokoladenbraun, schwarz

falb und rauchblau

schwarz oder rot mit lohfarbenen Abzeichen

Haarkleid

Stockhaar mit kurzer und dichter Unterwolle

Lebenserwartung

12 – 15 Jahre

Wesen

+ intelligent

+ arbeits- und kontaktfreudig

+ feinfühlig

+ treu und führerverbunden

-  neigt zur Selbständigkeit

 

 

Geschichte des Kelpie

 

Australienriesige Flächen, große Hitze und sehr große Schafherden. Dies bedeutet, man benötigt einen vierbeinigen Helfer, der diesen klimatischen Verhältnissen gewachsen ist und eine große Ausdauer besitzt.

 

Im 19. Jahrhundert wurden mehrere vorwiegend kurzhaarige Hütehunde von den Britischen Inseln ins Land importiert. Aus diesen Kreuzungen wurde eines Tages eine Hündin geboren, der man den Namen Kelpie gab (Kelpie bedeutet auf Gälisch «Geist des Wassers»). Später wurde sie unter dem Namen «Gleeson’s Kelpie» bekannt. Eine Hündin aus dieser Zucht ging an Charles King. Aus den Nachfahren dieser «King`s Kelpie» gingen Hunde hervor, die an Arbeitsprüfungen sehr hohe Leistungen, grosse Ausdauer und enormen Arbeitswillen zeigten, wodurch das Interesse an dieser Linie wuchs. Der Name dieser beiden Hündinnen war somit der Namensgeber zuerst für einen Schlag von Hütehunden und später für die ganze Rasse. Ob bei der Entstehung des Kelpies der Dingo eingekreuzt wurde, ist fraglich – es gibt sowohl berechtigte Zweifel daran als auch Notizen und Briefe von frühen Züchtern sowie jüngere DNA-Tests, die die Vermutung unterstützen.

 

 

Der gewisse Unterschied

Wenn man vom Ursprung des Kelpies liest, trifft die Beschreibung seiner Veranlagung für das Treiben und Hüten von Vieh heute eher auf den "Working Kelpie" zu. Bei diesem steht bei der Zucht seit eh und je und auch heute noch die Arbeitsleistung im Vordergrund. Aussehen, Farbe und Größe sind da zweitrangig. Die Zucht des Working Kelpie wird durch den Working Kelpie Council kontrolliert.

 

Parallel dazu hat sich der Australian Kelpie, der heute nach dem Standard der FCI gezüchtet wird, entwickelt. Der Australian Kelpie ist ein Allrounder – die Veranlagung, am Vieh zu arbeiten, mag im Einzelfall noch vorhanden sein, steht aber sicher nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr sieht man den Australian Kelpie in den verschiedensten Hundesportarten wie THS, Agility, Obedience,Begleithund, an der Arbeit am Longierkreis oder beim Flyball, Frisbee, Trickdog oder Dogdancing. Auch für Nasenarbeiten wie Mantrailing, Trümmer- und Geländesuche oder als Drogen- und Sprengstoffspürhund ist der Kelpie zu begeistern. In Europa stehen zum Glück noch bei vielen Züchtern Eigenschaften wie Leistungsbereit- schaft, Trainierbarkeit, Gesundheit, Sportlichkeit und Wesen im Vordergrund. Jedoch gibt es auch diverse Züchter, für die Farben, Aussehen und Erfolge an Hundeausstellungen wichtiger sind. Diese Entwicklung hat dem Australian Kelpie auch den Übernahmen „Show Kelpie“ eingehandelt. Im Herzen ist und bleibt der Kelpie jedoch ein Arbeitshund und man kann nur hoffen, dass dies bei der Auswahl der Zuchttiere weiterhin und wieder vermehrt berücksichtigt wird.

 

 

 Charakter

Als intelligente und arbeitsfreudige Rasse ist es notwendig, dass der Kelpie nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefördert wird. Der Kelpie neigt zu einer ausgeprägten Selbständigkeit. Hunde, die körperlich und geistig nicht ausgelastet sind, suchen sich gerne selbst eine Aufgabe, ob dies zur Freude des Besitzers geschieht, bleibt offen. Vom Charakter her ist der Kelpie gegenüber dem Menschen eher feinfühlig. Druck und Härte verträgt er nur schlecht, und oft wird der Kelpie dann als stur bezeichnet. Der Kelpie lernt gern und schnell – Erwünschtes ebenso wie Unerwünschtes. Monotone, einseitige und sich ständig wiederholende Übungen liegen ihm gar nicht. Für aktive, bewegungsintensive Aufgaben ist der Kelpie jederzeit bereit, und wenn sie in seinen Augen auch noch Sinn haben, dann ist sein Eifer nicht mehr zu bremsen. Natürlich hat er auch mal nichts gegen einen Ruhetag, wo er bei seinen lieben relaxen kann oder einfach mal ein paar Stunden alleine bleiben muss.

Die meisten Kelpies sind im Umgang mit Menschen und Artgenossen aufgeschlossen und kontaktfreudig. Das Zusammenleben mit anderen Hausgenossen muss wie mit jedem Hund geübt werden. Hat sich der Kelpie an die anderen Mitbewohner gewöhnt, steht einem friedlichen Zusammenleben in der Regel nichts im Wege.

 

 

Gesundheit und Zucht

Im Allgemeinen gilt der Kelpie "noch" als gesunde Rasse. Wie bei jedem Hund ist die Vorsorge und/oder Behandlung gegen die allgemeinen Ekto- und Endoparasiten notwendig. Bei der Zucht wird ein besonderes Augenmerk auf vererbbare Krankheiten gerichtet. In Deutschland, der Schweiz, und teilweise auch anderen Ländern, ist es zum Beispiel vorgeschrieben, dass jeder Hund, der in die Zucht geht, auf Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie (HD und ED) untersucht wird. Ebenso wird ein klinischer Augentest verlangt, um allfällige vererbliche Erkrankungen zu erkennen. Tiere mit erkannten gesundheitlichen Problemen werden je nach Schweregrad und Erblichkeit entweder von der Zucht ganz ausgeschlossen oder bekommen verschärfte Auflagen. Sehr vereinzelt wurde beim Kelpie die Cerebrale Abiotrophy diagnostiziert, eine genetischbedingte Erkrankung des Kleinhirns. Zu dieser Krankheit

wird immer noch geforscht und bis heute konnte noch nicht ermittelt werden, welches Gen dafür zuständig ist, dementsprechend gibt es dafür auch noch keinen DNA-Test.

 

Bei der Zucht sind die Wesensmerkmale ebenso wichtig. Hunde, die sich übermäßig ängstlich oder sogar aggressiv zeigen, werden von der Zucht ausgeschlossen. Zuchtausschließendkann auch eine extreme Abweichung zum Rassestandard sein. In Deutschland hat der Kelpie keinen eigenen Verband. Deshalb obliegt er bei der Zuchtzulassungsprüfung den Bestimmungen des VDH. D.h. er muss sehr umfangreiche Zuchtzulassungskriterien erfüllen. Diese Prüfung gilt für alle in Deutschland unbetreuten (verbandslosen) Rassen und ist daher sehr umfangreich und nicht immer ganz rassespezifisch.

 

 

Wichtig

Der Australian Kelpie braucht einen Halter, der Ruhe ausstrahlt und konsequent, aber fein seinen Hund führt. So und mit täglicher mentaler und physischer Beschäftigung wird der Australian Kelpie ein toller Begleiter, der viele Jahre Freude bereitet.

Joomla Templates - by Joomlage.com